10/12/2011 The Swellers Interview, Köln Blue Shell

POP-PUNKS.DE: Das ist eure erste Headline Tour in Deutschland. Die meisten Besucher sind hier, um euch, The Swellers zu sehen. Geht ihr mit einem anderen Gefühl auf die Bühne?

Nick: Ja, das ist der coolste Teil einer Headline Tour. Wir gehen auf die Bühne und wissen, dass die Leute wegen uns hier sind. Wenn sie uns nicht sehen wollen, dann würden sie auch kein Ticket kaufen, oder wären schon längst gegangen. Die Leute zeigen Interesse an uns, was toll ist. Es ist egal, ob 2 oder 200 Leute anwesend sind, wir nehmen die Sache Ernst. Sie könnten gerade auch ganz irgendwo anders sein, schließlich ist es Samstagabend. Sie sind hier, um The Swellers zu sehen. Das ist sehr cool – einfach ein gutes Gefühl.

POP-PUNKS.DE: Wie wichtig ist es für euch, mit Fans im Club Kontakt aufzunehmen? Gibt es dort Fans, die sagen, macht das oder spielt den Song?

Nick: Ich mag es wirklich sehr, mit Fans nach der Show in Kontakt zu treten. Uns ist es wichtig, was sie von der Show halten. Wenn wir dann Merchandise verkaufen, bedanken wir uns auch immer. Sicherlich wollen auch Viele, dass wir einen bestimmen Song spielen. Aber wir haben jetzt zum Beispiel seit sieben Monaten keine einzige Bandprobe gehabt. Wir sind ständig auf Tour gewesen. Für uns gibt es nur Shows, Shows, Shows und das auf vier verschiedenen Kontinenten. Die Songs, die wir vorher wirklich eingeübt haben, wissen wir perfekt zu spielen. Die Songs, die wir nicht einstudiert haben, darin sind wir vielleicht nicht so gut. Wir sind vorsichtig, bei dem, was wir auf Wunsch von Fans spielen sollen.

POP-PUNKS.DE: Was habt ihr für Erfahrungen mit den verschiedenen Konzertbesuchern in den verschiedenen Ländern gemacht? Und was ist der Unterschied?

Nick: Es ist immer unterschiedlich. Ich würde aber sagen, dass Konzerte in den USA wirklich voll mit Leuten sind, die dort cool und lässig die Musik auf sich wirken lassen. Die letzte Tour jedoch war großartig. Die Kids sind durchgedreht.

Großbritannien ist unser Lieblingsort, wenn wir dort touren. Trotzdem gab es das letzte Mal nur zwei coole Shows, der Rest war sehr eigenartig.

In Europa ist es immer am schwierigsten für uns. Wir kennen die Länder nicht wirklich. Wir wissen nicht, wo wir schlafen sollen. Wir wissen nicht, wo wir etwas Essen können. Wir kennen auch die Städte nicht, denn es ist alles neu für uns. Gestern haben wir in Holland gespielt und die Leute waren total verrückt. Genau das hat uns wie zuhause fühlen lassen. Hier ist es auch wirklich toll. Das ist eine kleine Location, aber die Leute sind wohl noch ein wenig unbeholfen. Alles ist aber irgendwie unterschiedlich, im Gegensatz zu unserem Zuhause.

POP-PUNKS.DE: Welcher Musikstil ist für euch typisch Deutsch?

Nick: Es scheint so, dass Viele in Deutschland Punk Rock mögen – viel mehr als Leute aus den USA. Außerdem würde ich sagen, dass sie noch Industrial Music mögen. In vielen Clubs werden danach noch Partys gefeiert und es wird Rammstein gespielt. Ich liebe so etwas auch. In Europa, speziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Punk Rock, glaub ich, bevorzugt.

POP-PUNKS.DE: Wenn man in einer Band ist, muss man in vielerlei Hinsicht auf Dinge verzichten. Stimmt das?

Nick: Oh yeah – aber das ist, was ich halt tue. Wenn Leute mich fragen, was machst du aus Spaß? Hmm…mich zuhause hinsetzen, einfach nur relaxen. Wir sind neun Monate auf Tour im Jahr. Ich bezahle Miete für ein Haus, indem ich nicht mal oft bin. Ich habe eine wunderbare Freundin, die ich auch nicht oft sehe. Wenn man noch jung und ein Kind ist, denkt man sich, wie cool es wäre in einer Punk Rock Band zu sein. Manchmal denke ich, wie es doch wäre, einen Bürojob zu haben. Ich würde vielleicht viel Geld verdienen und das für den Rest meines Lebens, aber zuhause. Jeder will das, was die andere Person hat. Das klingt vielleicht verrückt.

POP-PUNKS.DE: Ich denke beides hat seine Vor-und Nachteile!

Nick: Definitiv, das wird dir wohl jeder, der in einer Band ist, wohl einmal sagen. Manchmal hat man einfach diese Einstellung und denkt sich, ich hasse das – ich will nach Hause. Dann aber wieder denkt man – ja ich habe den besten Job der Welt. Gerade kann ich dir nicht sagen, wie ich gestimmt bin.

POP-PUNKS.DE: Das ist vielleicht auch der Grund, wieso so viele Bands sich auflösen?!

Nick: Ja! Wenn man einfach zu viel auf Tour ist. Der Hassgedanke kommt da einfach in einem Hoch. Man spielt halt mit dem Gedanken – das ist nicht so, wie ich den Rest meines Lebens verbringen will. Man steckt so viel Kraft in so ein Projekt und wir werden das weiter tun.

POP-PUNKS.DE: Euer aktuelles Album „Good For Me“ hat so viele positive Kritiken bekommen. Habt ihr jemals gedacht, das würde so eintreffen bzw. habt ihr so etwas erwartet?

Nick: Ich denke, dass das bis jetzt unser bestes Album ist. Allein, wie die Songs entstanden sind. Von Anfang bis Ende ist es wirklich solide mit großartigen Songs. Trotzdem ist es ein wenig unterschiedlicher im Gegensatz zu den älteren Sachen. Viele Leute hassen es, wenn Bands sich verändern. Ich liebe es, wenn Bands sich verändern. Jedes unserer Alben soll, meiner Meinung nach, auch anders klingen. Die Leute sollen denken „Hey sie haben sich verändert?“ – aber mit positiven Hintergedanken. Deshalb ist es für uns gut, positive Reviews zu lesen. Wir haben hart dafür gearbeitet und lieben es, die Songs Live zu spielen.

POP-PUNKS.DE: Das Jahr 2011 ist fast am Ende. Was waren die Highlights in diesem Jahr, die euch betreffen?

Nick: Dieses Jahr war einfach verrückt. Wir waren zusammen mit Paramore in Asien auf Tour. Wir waren zum ersten Mal in Australien, haben die ersten Headline Shows in Großbritannien und Europa gespielt. Nicht zu vergessen, dass wir unser Album auf den Markt gebracht haben. Das war alles wie BOOOM – BOOOM – BOOOM und das alles in kurzer Reihenfolge. Nun stehen wir kurz davor, endlich mal wieder nach Hause zu kommen. Es war ein Jahr voller Termine. Es ist toll und macht Spaß.

POP-PUNKS.DE: Was sind eure Pläne für das nächste Jahr?

Nick: Wir werden unser ersten US Headline Shows im Januar spielen. Ende Februar werden wir dann mit You Me At Six aus Großbritannien auf Tour gehen. You Me At Six sind sehr bekannt in Großbritannien, aber in den USA nicht so. Danach hoffen wir, zurück nach Europa für alle großen Festivals kommen zu dürfen. Außerdem ganz viel neues Material zusammenschreiben. Hoffentlich können wir auch ein wenig durchatmen und relaxen.

POP-PUNKS.DE: Manchmal sollte man auch mal runterkommen und seine Freizeit genießen.

Nick: Sicher! Einfach was mit seiner Familie und der Freundin unternehmen. Genau das lässt dich wieder denken, man wäre ein normaler Mensch.

POP-PUNKS.DE: Mittlerweile haben wir hier in Deutschland das Glück, viele Pop Punk Bands begrüßen zu dürfen. Meistens in kleineren Locations, wo einfach mehr Atmosphäre entstehen kann. Findet ihr das genauso?

Nick: Normalerweise spielen wir auch nur in kleineren Locations – vor 75 bis 100 Leuten. Manche Shows sind auch ein bisschen größer, wie in London, wo wir vor ca. 200 bis 250 Leuten gespielt haben. Wir sind einfach auch noch eine kleine Band und müssen uns nicht verkaufen. Wir sind halt vier Jungs, die Songs schreiben. Wir schwitzen einfach viel auf der Bühne und das ist alles, was wir haben.

POP-PUNKS.DE: Es gibt viele Bands, die sich verkaufen wollen. Ein perfektes Beispiel dafür ist Four Year Strong, wie ich finde. Ihr neues Album „In Some Way,Shape,Or Form“ ist zwar ein solides Rock Album, gefällt jedoch vielen nicht.

Nick: Sie wollten halt einfach eine Rock Band werden. Sie haben sich vom Keyboarder getrennt und viele waren gespannt darauf. Wir sind ja mit ihnen durch die Staaten für sieben Wochen getourt. Wenn sie ihre neuen Songs spielen, scheint es so, als würden sie in die Setlist passen. Hört man jedoch das neue Album, denkt man – Oh eine neue Band! Viele Bands entscheiden sich für diesen Weg. Vielleicht haben wir den Weg dafür mit „Good For Me“ geebnet, aber wir wollen uns trotzdem nicht wie Nickelback anhören. Solche Sachen hat man einfach schon zu oft gehört.

POP-PUNKS.DE: Vielen Dank für das nette Interview!

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Sven

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