13/05/2011 Set Your Goals, Köln Underground

Sven: Wie seht ihr eure Rolle in der Band? Seid ihr diejenigen, die ständig sagen: „Wir müssen das tun, und das etc.?“

Daniel: Junior [Audelio] ist definitiv eine Führungsperson in der Band. Jeder hat aber die Möglichkeit sich einzubringen.

Audelio: Alle größeren Entscheidungen werden jedoch gemeinsam getroffen.

Daniel: Wir sind in der Beziehung demokratisch!

Audelio: Wenn ich etwas tue und weiß, was die Jungs mir sagen werden, muss ich damit leben. Wichtige Entscheidungen werden zusammengetragen und mit der Band wird entschieden.

 

Sven: Bei vielen Bands weiß man, dass sie eine Führungspersönlichkeit haben, die wirklich alles entscheiden. Wie ist das bei euch?

Audelio: Wenn es um die Musik geht, ist Jordan derjenige, der den Ton angibt. Er kümmert sich um die Melodien, um die kreativen Dinge. Wir fügen jedoch noch Kleinigkeiten hinzu. Wenn es um das Geschäftliche geht und die Band geht, ist es unsere Aufgabe [Audelio und Daniel].

Daniel: Wir sind halt eine Gemeinschaft, die sich um die Interessen eines Jeden in kümmern. Jeder soll sich mit einbringen. Wir kennen einige Bands, die nicht so wie wir sind. Dort sind ein oder zwei Jungs, die alles tun. Ich könnte nicht in solch einer Band sein, auch nicht, wo jeder sein eigenes Ding durchzieht. Wir machen es trotzdem so, wie wir es für richtig halten.

 

Sven: Welche Band hat euch speziell dazu inspiriert, einen Mix aus Pop Punk und Hardcore zu spielen? Oder würdet ihr eure Musik wirklich anders beschreiben?

Daniel: Wir lieben viele melodischen Hardcore Bands, wie Gorilla Buscuits und Kid Dynamite. Ebenfalls stehen wir auch auf Pop Punk, weil wir damit aufgewachsen sind. Als Band mögen wir einfach diese Richtung. Ich zum Beispiel mag auch Metal. Audelio steht auf Hip Hop.

Audelio: Das ist halt Set Your Goals. Das ist der Sound, den wir haben. Es harmoniert halt einfach ziemlich gut!

 

Sven: Was denkt ihr eigentlich, wenn ihr auf der Bühne steht und die tobende Menge seht, die gerade Circle Pits veranstalten? Nehmt ihr das überhaupt wahr?

Audelio: Yeah! Manchmal, wenn ich jetzt hier für mich sprechen darf, achte ich nicht wirklich darauf. Vor allem achte ich nicht auf die Menge, wenn wir größere Konzerte spielen. Je kleiner die Konzerte sind, umso mehr gehen die Fans ab und wir agieren auch dementsprechend mehr – sind aktiv dabei. Wir lieben es, wenn die Kids auf die Bühne kommen, uns weg drücken.

 

Sven: Letztes Jahr, um auf das Thema zusprechen zu kommen, haben Four Year Strong hier gespielt. Die Menge ist tierisch abgegangen. Josh [Lyford] (mittlerweile nicht mehr bei FYS) hat mir ein paar Mal das Mikro hingehalten…

Audelio: Genau das macht es so aufregend! Man ist quasi ein Part der Show!

 

Sven: Habt ihr besondere Erwartungen an die Besucher? Oder spielt ihr nur einfach euer Set herunter?

Daniel: Wir mögen es, dass die Leute Spaß haben, drauf abgehen und sich gegenseitig respektieren. Wir wollen halt einfach, dass die Leute es genießen!

 

Sven: Wenn ihr die Möglichkeit hättet, eine Tour mit der Band eurer Wahl zu starten, welche wäre das?

Audelio: Gerade gestern haben wir darüber gesprochen, mit welchen Bands wir es lieben würden, zu touren. Zum Beispiel mit Hostage Calm, Title Fight, Make Do And Mend.

Daniel: Das wären die realistischen Touren, die wir auf die Beine stellen könnten. Oft reden wir auch über den „All Time Dream“, auch wenn es nicht passieren wird. Ich wäre gerne auf Tour mit The Police. Wir alle aus der Band lieben wirklich Black Sabbath. Das würde ziemlich viel Spaß machen. Die Liste ist enorm lang.

Wir werden auf dem „Soundwave Revolution“ in Australien im Herbst spielen. Dort werden wir mit vielen Bands spielen, bei denen wir das vorher nie hätten gedacht. Die Headliner auf unserer Bühne werden The Sisters Of Mercy sein. Auf die stehe ich so ziemlich. Die Band Van Halen wird auch dort sein. Wer war das noch?

 

Audelio: Ich kann mich nicht mehr daran erinnern.

Daniel: Alice Cooper, soweit ich mich noch daran erinnern kann.

Audelio: Wie gesagt, das sind halt einfach Bands, wovon wir nie gedacht hätten, wirklich mit denen auf einem Festival oder Show zu spielen. Das ist einfach großartig.

 

Sven: Gibt es denn auch Bands, mit denen ihr wirklich niemals auf Tour gehen würdet?

Audelio: Attack Attack

Daniel: Wir hatten das Vergnügen mit denen auf der Warped Tour.

Audelio: Brokencyde. Mit denen würden wir auch nie auf Tour gehen. Halt all diese Bands, die Techno-Core spielen. Wir hassen es einfach!

 

Sven: Welche größere Fankampagne, die mit eurer Band zu tun hat, ist euch bekannt?

Audelio: In Indonesien hat man eine doch relativ große Fankampagne gestartet. Eigentlich sollten wir im Januar dort Shows spielen und es wurde gecancelt. Die Fans dort waren wirklich gewillt uns endlich Live spielen zu sehen. Sie haben mit viel Aufwand versucht, uns wieder nach Indonesien zu bekommen, was sie dann auch endgültig geschafft haben. Wir werden vor dem „Soundwave Revolution“ Festival dort eine Show spielen. Ehrlich gesagt freue ich mich auch schon, weil ich dort vorher noch nie gewesen bin.

 

Sven: Das ist ja das einzige Deutschland Konzert heute. Werdet ihr in naher Zukunft auch noch mehrere Shows spielen? Nicht nur hier in Köln und Umgebung sind viele Fans, auch Fans von weiter weg, würden euch gerne sehen wollen.

Audelio: Deutschland ist so groß. Das erste Mal, als wir nach Deutschland gekommen sind, haben wir – glaub ich – drei Wochen gespielt. Ich lüge jetzt nicht, aber bei manchen Shows haben wir gedacht, wieso spielen wir denn jetzt hier? Wenn wir uns auf die größeren Städte fokussieren, sind die Shows überragend. Köln ist halt eine große Stadt. Dementsprechend kommen auch viele Kids. Spielen wir in kleineren Städten, viele kennen uns einfach nicht. Die Kids wollen dann auch einfach nicht die weite Fahrt in kleinere Städte auf sich nehmen.

 

Sven: Wieso habt ihr die Band A Loss For Words nicht mit nach Europa genommen? Sie werden euch ja nur bei der UK Tour begleiten.

Audelio: Gerade sind sie noch in den USA. Das ist einfach eine Sache des Geldes gewesen, die die Band noch nicht aufbringen kann. Hoffentlich werden sie das nächste Mal dabei sein.

 

Sven: Was macht die Warped Tour so aufregend? Fragt man andere Bands, die sind hellauf begeistert. Was geht da Backstage ab?

Audelio: Ja! Backstage ist Fun!

Daniel: Es ist aber auch harte Arbeit.

Aduelio: Wenn du diese Tour [Warped Tour] schaffst, packst du alle Touren. Es ist unsere dritte, oder vierte Warped Tour. Deshalb heißt es für uns: „Okay, es ist Warped Tour Zeit – mal wieder.“ Ich bin darauf bedacht, nachdem wir unser Set gespielt haben, mit unseren Freunden Backstage abzuhängen. Es macht halt einfach super viel Spaß. Außerdem ist es immer super warm, und das jeden Tag. Wir sind für die Sonne gewappnet.

 

Dann ging es darum, die nächste Frage zu stellen, wobei Daniel schon selbst diese grausame Frage gelesen hatte.

Die Frage lautet wie folgt: Würdet ihr einen Packt mit dem Teufel schließen, umso berühmt wie Justin Bieber zu werden?

Daniel: Ich werde definitiv ein Buch darüber schreiben, falls das irgendwann einmal passieren sollte!

 

Sven: Hat einer von euch ein verborgendes Talent, was ihr uns unbedingt mitteilen müsst?

Audelio: Niemand hat neben der Musik ein spezielles Talent. Das Einzige, worin wir gut sind, ist das Essen. Unsere Band liebt es zu essen. Unserem Fahrer haben wir gesagt, dass wenn wir aufwachen, wir schleunigst was zu Essen brauchen. Bekommen wir nichts zu Essen, haben wir die schlechteste Laune, die es nur geben kann.

Daniel: Wir essen einfach alles! Ich habe sogar einen Blog über das Essen.

Aduelio: Sind wir in den USA unterwegs und haben WIFI, informieren wir uns schon über die Stadt des nächsten Tages. Schließlich müssen wir ja wissen, wo es etwas Gutes zu Essen gibt. Wir fragen auch Leute im Club, wo wir spielen werden, wo man am Besten Essen kann. Das ist wirklich das einzige Talent. Wir können eine Menge essen.

 

Sven: Zwei Mitglieder aus der Band, besser gesagt Matt Wilson und du Audelio habt euch mit Glamour Kills zusammengetan und die Modemarke Ethos entworfen. Was steckt dahinter?

Audelio: Zuerst wollte Glamour Kills mit Set Your Goals zusammenarbeiten. Dort haben wir uns vor der Warped Tour zusammengesetzt und Merchandise entworfen. Wir sind wirklich sehr gut mit den Leuten von Glamour Kills ausgekommen. Ich habe mit dann auch mit dem Besitzer von Glamour Kills getroffen. Er meinte, wir können eine eigene Marke entwerfen, da haben wir sofort zugesagt. Ich wollte das jedoch nicht alleine machen, deshalb habe ich Matt gefragt. Matt und ich sind auch normalerweise für das Merchandise von Set Your Goals zuständig. Wir hatten schon immer den Hang dazu, was mit Klamotten und dem dazugehörigen Design rumzuspielen. Glamour Kills hat uns halt einfach die Möglichkeit zu einer eigenen Modemarke gegeben.

 

Sven: Ich hab mir die vor allem die Shirt schon angeschaut, und muss sagen, dass diese wirklich gut aussehen!

Audelio: Oh vielen Dank! Die neue Linie ist gerade erst herausgekommen, als wir rüber nach Europa geflogen sind. Wir werden auf jeden Fall noch mehr Zeit investieren. Vielleicht werden wir noch mit vielen anderen coolen Bands, wie Title Fight, The Wonder Years, zusammenarbeiten.

 

Sven: Kommen wir nun zu eurem neuen Album „Burning At Both Ends“, welches am 28. Juni erscheinen wird. Habt ihr irgendwelche speziellen Ideen bei der Aufnahme von neuen Songs? Kommt das Alles spontan?

Audelio: Alles JORDAN! Er zieht die Strippen, zumindest hat er das für das neue Album getan. Das Album war wirklich völlig unterschiedlich im Bezug auf den Vorgänger „This Will Be The Death Of Us“. Er hatte einfach sehr viele Ideen. Matt, Mike, Jordan und ich waren im Studio und haben an der Basisstruktur des Albums gearbeitet. Nach der Dezembertour mit You Me At Six haben wir das Album fertig aufgenommen. Es kam wirklich alles Stück für Stück.

 

Sven: Welche Themen behandelt ihr besonders in euren Liedern? Gibt es da Unterschiede?

Daniel: Beim letzten Album ging es um Themen, die einfach greifbar waren, wie zum Beispiel: „Gaia Bleeds (Make Way For Man)“ – wo es um die Umweltverschmutzung geht,

„Look Closer“ – geht es um die Kontrolle des Bewusstseins.

Im neuen Album – es hört sich wie ein Klischee an – aber nehmen wir mehr in unser eigenes Bewusstsein ernster. Vor allem im ersten Song ist der Einblick da ziemlich abstrakt. Wir haben Songs, die härter sind, vor allem textlich. Ein Song ist darüber, dass das Jahr 2010 ein ziemlich schlimmes Jahr für einige Bandmitglieder gewesen ist. Wir haben auch einen Song, der von den 80iger Jahre handelt, oder lustige Sachen, wie von Freddy Krüger. Generell sind die Lyrics mehr persönlicher geworden.

Audelio: Wenn Jordan und Matt die Texte schreiben, stimmen sie sich ab und sagen, „Komm wir schreiben über das Thema, das müssen wir unbedingt tun“. Wir wollen halt den Leuten zeigen, was in unseren Köpfen abgeht.

 

Sven: Was ist für euch der nächste wichtige Schritt, nachdem ihr das Album endlich veröffentlicht habt? Kommt ihr zurück nach Deutschland?

Audelio: Unser Album erscheint am 28. Juni 2011. Dann werden wir, wie schon gesagt, auf der Warped Tour sein, danach werden wir eine Menge Übersee Shows spielen. Vorgesehen ist, dass wir nächstes Jahr im Februar wiederkommen und eine komplette Europa und UK Tour spielen, um das Album zu supporten. Mal sehen, wohin uns das führen wird. Deshalb sind wir super aufgeregt.

 

Sven: Wärt ihr enttäuscht, würde das Album vorher durch jemanden veröffentlicht werden?

Audelio: Wir alle downloaden komplette Alben. Natürlich hasst es jede Band, ihr eigens Album vor Release im Internet sehen zu können. Wir tun es halt einfach alle! Man sollte auf jeden Fall das Album kaufen, wenn es einem persönlich gefällt. Trotzdem sind wir gut darin, unser Album so lange wie möglich unter Verschluss zu halten.

 

Daniel: Das letzte Album ist nur schon vorab erhältlich gewesen, weil wir es auf den Shows selbst verkauft haben. Natürlich kennen wir auch Bands, bei denen das Album schon zwei bis drei Monate vorher im Internet zu haben ist. Das ist ziemlich hart, wie ich finde. Auf jeden Fall versuchen wir es, unser Album so lange es geht, unter Verschluss zu halten.

 

Sven: Ihr habt schon zwei Songs vom neuen Album unter die Leute gebracht, es hört sich ziemlich unterschiedlich an, im Vergleich zum Vorgänger.

Daniel: Start The Reactor ist ziemlich härter als normal.

Audelio: Bevor ich zur Band gestoßen bin, war der Song schon mal dazu gedacht, auf das Album „Mutiny“ zu kommen.

Daniel: Beide Songs, auch Exit Summer waren für das Album „Mutiny“ angedacht. Es kam dann halt dazu, dass sie nicht benutzt worden sind und somit es jetzt geschafft haben.

 

Sven: Das letzte Mal hattet ihr jede Menge Guest Vocalists? Ist das dieses Mal auch der Fall?

Daniel: Dieses mal haben wir nur einen Guest Vocalist.

Audelio: Einen und die Security.

Daniel: Jaja und die Security. Nein im Ernst, dieses Mal ist es nur Andrew Neufeld vom Comeback Kid. Dieses Mal wollten wir es einfach nicht übertreiben. Sicherlich waren das großartige Leute beim letzten Album.

Audelio: Das letzte Mal hat es auch ziemlich lange gedauert, bis wir „This Will Be The Death Of Us“ fertig gestellt hatten.

 

Sven: Somit haben wir auch schon das Ende des Interviews erreicht. Vielen Dank für das Interview und das ihr das überhaupt möglich gemacht habt.

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