Neck Deep – 19.10.2017

Christian 21. Oktober 2017 Kommentare deaktiviert für Neck Deep – 19.10.2017
Neck Deep – 19.10.2017

Wer unsere Seite schon länger verfolgt weiß, dass wir eine interessante Historie mit NECK DEEP und Interviews haben.  Als Neck Deep 2016 im Kölner Luxor gespielt hatten, haben wir den Anruf des Tourmangers verpasst, dass die Band jetzt Zeit für uns hätte. Also fand kein Interview statt. Anfang 2017 haben wir es dann ein weiteres mal versucht. Und siehe da, es hat geklappt. Kurz bevor NECK DEEP für A DAY TO REMEMBER im Palladium in Köln eröffnen sollten, hat die Band uns dann schließlich ihr Interview gegeben, nur damit wir Deppen vergessen konnten die Aufnahmen zu speichern.
Sommer 2017: NECK DEEP kündigen ihre Tour zu „The Peace And The Panic“ an und wir konnten uns die Chance nicht entgehen lassen endlich mit NECK DEEP zu reden und dies auch zu veröffentlichen. Dann kam jedoch der Dämpfer, die PR Agentur von NECK DEEP konnte uns nicht versprechen, ob NECK DEEP für ein Interview Zeit haben oder nicht. Bis einen Tag vor der Show erreichten uns immer wieder Mails, dass immer noch keine Informationen vorliegen, ob NECK DEEP denn nun Zeit hätten oder nicht, bis gar keine Antwort mehr kam. Am Tag des Konzerts machten wir uns also auf den Weg nach Köln, mit der festen Überzeugung kein Interview zu haben. Doch nur wenige Minuten nachdem wir auf den Parkplatz fuhren kam aus heiterem Himmel eine SMS des Tourmangers ob wir schon an der Halle wären, die Band würde jetzt zum Interview bereit stehen. Völlig verwirrt, aber dennoch glücklich haben wir uns also spontan unseren Freunden Luis und Nadi von Old Vinyl angeschlossen und gemeinsam ein mehr als spontanes Interview geführt:


Wie geht es euch? Wie ist es so wieder zurück in Deutschland zu sein?

Fil: Super gut! Wir spielen heute unsere größte europäische Headline Show überhaupt. Bisher haben wir so 3-4 Shows gespielt, die auch wirklich gut waren.

Matt: Unser erstes Konzert für diese Tour in Deutschland und auch gleichzeitige die größte deutsche Show bisher! Fil und ich sind super aufgeregt, das wird richtig gut!

Gibt es Unterschiede zwischen den Shows in eurer Heimat (UK) und in Deutschland?

Fil:Da gibt es nur geringe Unterschiede. Vielleicht einfach nur die größeren Shows die wir da spielen, da wir in unserem Heimatland auch eine größere, stabilere Fanbase haben.

Matt: Diese Lücke schließt sich jetzt aber, da wir ja heute so eine große Show hier spielen dürfen.

Wie ist so die gemeinsame Zeit auf Tour mit Real Friends und As It Is?

Fil: Großartig! Mit Real Friends waren wir ja schon ein paar Mal auf Tour, also wissen wir ja, wie die so drauf sind. Wir lieben es, mit ihnen zu touren. Genauso mit As It Is. Richtig gute Typen, mit denen man viel Spaß haben kann.

Matt: Es ist nicht so, dass wir mit Fremden touren. Da ist das Ganze echt entspannt.

Genießt ihr das Tourleben oder würdet ihr lieber mehr Zeit mit eurer Familie und euren Freunden verbringen?

Matt: Oh, schwierige Frage!

Fil: Ehm…

Matt: Das ist weird. Wenn man unterwegs ist, dann wäre man auch manchmal gerne wieder zu Hause. Andersrum, wenn man wieder zu Hause ist, wäre man gerne wieder unterwegs, weil es sonst langweilig wird!

Fil: Yeah! Ich glaube aber, ich bin mehr so der Familienmensch. Aber ich liebe touren, wirklich, wir sind ja so gut wie nur unterwegs. Ob zu Hause oder on tour – beides ist cool.

Spielt ihr lieber Clubshows oder große Shows – so wie heute?

Fil: Mittlerweile mag ich größere Shows mehr. Ich liebe auch kleine Shows, die sind super spaßig, aber die Größeren finde ich jetzt besser.

Matt: Bei mir ist es genauso! Früher haben wir ja jede Show gespielt, die nur geht, heutzutage empfinde ich die großen Shows als spaßiger.

Manchmal nutzt ihr ja spezielle Effekte und krasse Bühnenbilder bei euren Shows. Wieso nicht hier in Deutschland? 

Fil: Geld!

Matt: Oh ja, Geld!

Fil: Das Größte was wir in diese Richtung gemacht haben, war in Brixton und Manchester. Da waren aber auch so 5000 Leute. Die Locations dort sind vier Mal größer als die heute!

Matt: Für uns war das dort besser umsetzbar, auch bezüglich der Tourtermine.

Fil: Wir könnten das Ganze auch hier machen, aber damit rumzureisen wäre schwieriger.

Matt: Wir lieben die Sachen, aber das wäre zu viel.

Fil: Auf jeden Fall.

Matt: Vielleicht des nächste Mal! Wenn die Shows und Bühnen größer werden.

Ihr habt mal ganz klein mit „A History Of Bad Decisions/Rain In July“ angefangen und nun habt ihr euer drittes Studio-Album „The Peace And The Panic“ veröffentlicht. Wie fühlt sich das für euch an?

Fil: Es fühlt sich super an. Wir sind super aufgeregt, wir spielen die Songs live und es ist cool zu sehen, wie die Leute darauf reagieren. Es gibt einige Sachen auf dem Album, die sich verändert haben, aber nichts dramatisches. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Wir sind mit dem bisherigen Feedback auch absolut zufrieden.

Matt: Wir sind echt gespannt, wie die Leute über die neuen Songs denken. Ich kann nur bestätigen, dass die Reaktionen bislang wirklich gut waren.

Okay, perfekt, das wäre nämlich unsere nächste Frage gewesen, inwiefern nämlich das Feedback zu eurem neuen Album war.

Fil und Matt: Wirklich, wirklich großartig!

Euer Lieblingssong auf „The Peace And The Panic“?

Fil und Matt: Ouuuuh…

Fil: Ich denke mal.. hm.. „Parachute“ ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingssongs… und „In Bloom“. 

Matt: Einfach so zum Hören „The Grand Delusion“. Aber zum Spielen definitiv NICHT „The Grand Delusion“. -lacht-

Hört ihr eure eigene Musik eigentlich selber?

Fil: Hmm, schwer zu sagen, nachdem man ein Album zuende produziert hat, hört man natürlich alles nochmal durch, aber wenn es komplett fertig ist, dann nicht mehr wirklich. Ne.

Matt: Nachdem man das Album veröffentlicht hat, will man da natürlich nochmal reinhören, ob alles wirklich so passt wie man dachte, aber nach einer kurzen Zeitspanne hört man da dann echt nicht mehr rein.

Wenn man sich so das Cover von „The Peace And The Panic“ ansieht, werden einem ja die zwei Gegensätze deutlich: Links die Utopie und rechts die Dystopie. Könnt ihr uns da bisschen mehr zu dem Artcover erzählen?

Fil: Es reflektiert auf jeden Fall den Titel „The Peace And The Panic“ wieder. Die Balance zwischen den beiden Gegensätzen.

Matt: Yeah, da wird der Gegensatz generell deutlich.

Fil: Es ist auch eine visuelle Darstellung der Lyrics und der allgemeinen Idee zum Album. Die Balance zwischen gut und böse, einfach wie gesagt diese Repräsentation des Titels „The Peace And The Panic“.

Matt: Wir lassen da auch der Kreativität der Person, die uns das Cover zeichnet, freien Lauf. Wir haben das auch schon so bei „Life’s Not Out To Get You“ gemacht. Wir wählen bewusst jemanden aus, von dem wir glauben, dass er das Album gut visuell darstellen kann.

Kann man die Songs denn zu „Peace“ oder „Panic“ zuordnen, wie beispielsweise „Where Do We Go When We Go From Here“ zu „Panic“?

Fil: Vielleicht. Da ist denke ich keine Zuordnung notwendig.

Matt: Ich denke, beide Seiten kommen gleichermaßen vor. Es geht nicht darum das Album in zwei Hälften zu spalten, sondern das beide Subjekte auf gleicher Weise vorkommen.

Wenn ihr die Songs für ein neues Album schreibt, könnt ihr euch da schon in gewisser Weise vorstellen, wie ihr diese live umsetzen und beispielsweise Moshparts einbauen könntet?

Fil: Eventuell ein bisschen. Man kann sich stets Gedanken darüber machen, wie die Songs wohl live rüberkommen werden.

Matt: Wir sind einfach froh, wenn die Crowd mitmacht. -lacht-

Fil: Yeah!

Matt: Wenn wir einen Song live spielen, reagieren die Leute meistens mit einem „Wooohoo!“ und dann passt das auch. -lacht wieder-

Es ist eigentlich sehr untypisch für Pop-Punk-Bands eine politische Message hinter ihre Songs zu setzen. Wieso habt ihr euch dafür entschieden?

Fil: Wir haben uns dafür nicht bewusst entschieden, aber wir finden es einfach wichtig. In „Don’t Wait“, dem wohl am Meisten politischen Song des Albums, fanden wir es wichtig, dieses Thema anzusprechen. Es ist eigentlich wirklich keine Sache gewesen, worüber man sich bewusst Gedanken macht, während man den Song schreibt.

Matt: Ich denke, wir haben auch eine gewisse Plattform, um die Message auch weiterzugeben. Selbst wenn es nur drei oder vier Leute erreicht, wäre das schon super. Wenn dadurch zwei Freunde anfangen über Politik zu reden und über das Thema nachzudenken, reicht das schon vollkommen. Generell über jedes Thema auf dem Album.

Da ihr gerade „Don’t Wait“ angesprochen habt – das Feature mit Sam Carter von Architects als Guestvocalist war ja doch sehr überraschend. Wie war es so, mit ihm zusammen zu arbeiten? Und wie war es mit ihm die Bühne auf dem Reading Festival zu teilen?

Fil: Es war cool! Wir haben mit ihm via Internet kommuniziert, dass wir ihn uns als Guestvocalist vorstellen könnten, da wir auch Beziehungen zur Band haben. Wir haben ihn dann gefragt, ob er Lust dazu hätte und glücklicherweise hat er mit „Ja!“ geantwortet und so kam das Ganze dann zustande. Wir lieben den Song und sind super zufrieden damit, wie er jetzt klingt.

Matt: Es war großartig. Wir sind alle riesige Architects-Fans – auch schon immer gewesen – also war es eine große Ehre für uns. Richtig weird.

2012 habt ihr mit Neck Deep angefangen. Das ist fünf Jahre her, aber ihr seid zu einer der gefragtesten Pop-Punk Bands aufgestiegen. Ihr habt bereits mit Blink 182 gespielt, das Studio mit Mark Hoppus geteilt oder mit Jeremy von A Day To Remember aufgenommen. Habt ihr da eine persönliche „Neck-Deep-Lieblingserinnerung“?

Fil: Hmmm..

Matt: Das ändert sich öfters! Es gibt viel zu viele coole Momente die wir erlebt haben und darauf zurückblicken und denken „Wow, das war krass!“. Das toppt sich immer und immer wieder. Brixton beispielsweise war mit 5000 Leuten komplett ausverkauft. Das war crazy.

Fil: Auf jeden Fall! Das war übel.

Matt: Wie wir einfach vor der Halle standen und dachten „Was machen wir hier eigentlich? Das ist der Wahnsinn“. Das ist so das Sahnehäubchen bisher, die ausverkauften Shows in Brixton und Manchester.

Fil: Absolut.

Der nächste Schritt ist dann also ein ausverkauftes Wembley? 

-beide lachen-

Matt: Ja! Hoffentlich! Vielleicht irgendwann mal…

Fil: Nächstes Jahr!

Matt: Nicht nur die Arena, sondern das Stadion! -beide lachen wieder-

Fil: Wir überspringen gleich die Arena und spielen direkt im Stadion!

Gibt es eigentlich noch irgendeine Band mit der ihr euch gerne die Bühne teilen würdet?

Matt: Alkaline Trio! Weil die schon immer meine Lieblingsband sind. Ich liebe die einfach.

Fil: Green Day! Das wäre was.

Matt: Oh ja, Green Day wären auch super.

Euer favorite release 2017?

Matt: Uuuuh!

Fil: Das fragen immer irgendwelche Leute und ich sage dann immer „Jaja, das hier, und das, und oh… warte mal.. das war ja schon 2012!“. -lacht- Ich denke mir dann einfach nur „Oh mein Gott, ich weiß nichtmal wann was rausgekommen ist!“.

Matt: Das neue Knuckle Puck Album kam ja vor Kurzem raus. Das ist ziemlich super.

Fil: Das neue Seaway Album!

Matt: Eigentlich so ziemlich alles, was unsere Freunde released haben. -lacht-

Fil: Yeah! Da gibt es noch so viel mehr, aber da will mir gerade nichts einfallen…

Turnover? Citizen?

Matt: Oh ja, Turnover!

Fil: Yeah! Die Releases sind auch super. Wahrscheinlich ist alles, an was ich gerade denke, nicht von 2017. -lacht- 

Matt: Ich würde ja noch „Chemical Miracle“ von Trophy Eyes sagen, aber das war ja nicht dieses Jahr.

Trophy Eyes sind so gut und „Chemical Miracle“ ist absolut großartig! Trophy Eyes arbeiten ja an neuer Musik momentan. 

Matt: Ja, die nehmen momentan einen neuen Song auf. Der wird sicher cool.

Eure Band supportet die „Have Hope“-Agenda, die sich für die Bewusstmachung psychischer Erkrankungen einsetzt. Unterschätzt eurer Meinung nach die Gesellschaft immer noch wesentlich zu stark psychische Krankheiten, oder hat sich da etwas verändert?

Matt: Ich denke, das Thema allgemein bekommt mittlerweile mehr Aufmerksamkeit, was gut ist. Man muss aber auch generell über dieses Thema sprechen. Zu jeder Zeit.

Fil: In der alternativen Musikszene setzen sich auch viele Leute dafür ein, da es wirklich ein wichtiges Thema ist. Man kann nicht oft genug Aufmerksamkeit für dieses Thema gewinnen. Ich finde, da muss aber auf jeden Fall noch mehr passieren. Es ist wichtig darüber zu reden und sich Hilfe zu suchen. Das fällt vielen Leuten ja auch einfach schwer. Psychische Krankheiten bekommen aber allgemein mehr Beachtung, was natürlich gut ist.

Matt: Wir haben die „Have Hope“-Leute ja mit auf Tour, damit sie auch die Message weitergeben können. Jonny ist beispielsweise dabei und er ist ein guter Freund von uns. Wir möchten da einfach so viel tun wie wir können. Es bedeutet uns viel, dass Menschen sich Anderen öffnen und über ihre Probleme sprechen.

Absolut großartig, dass ihr das macht. Es ist ja auch super wichtiges Thema, besonders sicherlich auch für eure jüngeren Fans. Ihr geht ja mit gutem Beispiel voran und macht ihnen Mut, sich wirklich an jemanden zu wenden, wenn man sich nicht gut fühlt und Angst hat über seine Gefühle zu sprechen. 

Matt: Ja! Es betrifft ja auch jeden. Es könnte ein Fan, ein Bandmember, oder sonst wer davon betroffen sein, es ist wichtig, über seine Probleme und Gedanken zu sprechen. Wenn wir da auf irgendeine Art und Weise helfen können, sind wir sehr glücklich darüber.

Habt ihr abschließend noch einige Worte über für die Leute, die dieses Interview lesen werden?

Matt: Danke, dass ihr uns supportet. Falls nicht, hört euch mal Neck Deep an. -lacht- 

Fil: Yeah! Checkt uns aus! Vielen lieben Dank.

Matt: Ladet euch unser Album legal runter, aber am Besten ist es, wenn ihr es euch als physische Kopie zulegt. Also so auf Vinyl zum Beispiel. Kauft es. Bitte! -lacht-

Super, herzlichsten Dank für eure Antworten! 

Fil: Danke euch!

Matt: Ja, wirklich! Es hat sehr viel Spaß gemacht.

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