POP-PUNKS.DE EXCLUSIVE: TIDES! – Stay Warm Pt. II (Video)

Christian 24. März 2017 0

Heute freuen wir uns euch exklusiv des Video von TIDES! aus Saarbrücken vorstellen zu dürfen! Die Band aus dem Saarland gilt schon jetzt als aufstrebender Geheimtipp des deutschen Melodic-Punk – mit einer angemessenen Portion Pop. Passend zu der Video Premiere haben wir mit der Band gesprochen um sie euch ein bisschen besser vorzustellen. Viel Spaß!

Das Debutalbum „Celebrating A Mess“ erscheint am 14.04.2017 über Midsummer Records und kann bereits vorbestellt werden. http://midsummer-shop.de/de/Tides

 

Pop-Punks.de: Stellt euch doch bitte einmal vor. Wer seid ihr, wo kommt ihr her und was macht ihr für Musik?

Hi, wir sind TIDES! aus dem Saarland, genauer gesagt aus Saarbrücken, Nalbach und Bingen. Im richtigen Leben heißen wir Thomas, Lukas (Elmar), Christopher (Neun) und Bernd. Thomas bedient die Gitarre und singt, Elmar spielt die Drums, der 9 ist unser Lead-Bassist und Bernd spielt ebenfalls Gitarre. Wir machen US-geprägten Punkrock und versuchen dem Ganzen unsere eigene Note zu verpassen.

Elmar: TIDES! mit Ausrufezeichen.

Pop-Punks.de: Bevor ihr TIDES! gegründet habt wart ihr in Metal oder Akustik Projekten unterwegs. Wie kommt es, dass ihr ausgerechnet jetzt zu Punkrock gewechselt seid?

Bernd: Melodischer Punkrock macht halt einfach Spaß. Ich habe mich musikalisch eigentlich schon immer in diesen Sphären bewegt und bin ja erst zur Band hinzugekommen, als sie schon Punkrock gespielt haben. Aber ich glaube uns alle verbindet einfach der Spaß an Melodien und diese Catchiness.

9: Im Endeffekt landet man, nachdem man sich ausgetobt und seine Grenzen ausgelotet hat, doch irgendwie immer wieder bei der ersten großen Liebe. In meinem Fall war das eben der Punkrock.

Elmar: Ich bin ebenfalls wie Bernd erst zu einem späteren Zeitpunkt zu der Band dazugestoßen. Vorher habe ich auch alles schon gemacht. Von Metal bis Akustik. Aber im Punkrock habe ich mich schon immer am wohlsten gefühlt und bin froh, dass ich das Ganze nun mit drei neuen Freunden austoben darf.

Thomas: Punkrock war natürlich damals erste Wahl, wenn man mit 16 eine Band startet. Danach ist es mit der Zeit glaube ich ganz normal, dass man auch mal andere Spielarten austesten will, und auch dass man dabei zwischen vermeintlich extremen Stilen pendelt. Ich persönlich mag Sparten und bestimmte Metal-bands ganz gerne und finde viele Songwriter klasse. Punkrock ist und bleibt für mich der gemeinsame Nenner aus beidem, deshalb war auch abzusehen, dass es mich musikalisch wieder dorthin zurück verschlägt.

Pop-Punks.de: Welche Bands haben euch als Band oder auch beim schreiben von „Celebrating A Mess“ beeinflusst?

Bernd: Ich mag Bands mit besonderen Ideen in ihren Songs. Sachen, die einen abheben von den anderen. So zum Beispiel „Hot Water Music“, die sehr verspielt in ihren Songs sind, aber auch „Comadre“ zum Beispiel. Die passen hier musikalisch eigentlich gar nicht rein, aber die Songs auf deren Alben sind einfach super abwechslungsreich. Man weiss nie was einen im nächsten Song erwartet.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Energie, die zum Hörer transportiert wird. Beispiele dazu sind „Modern Life Is War“ oder auch „Captain Planet“. Ich habe lange versucht herauszufinden woher das kommt, aber ich habe noch keine wirkliche Idee dazu. Das ist ein bunter Haufen an Bands, die nicht zusammen zu passen scheinen, aber für mich ergibt das irgendwie Sinn.

9: Diese Frage finde ich extrem schwierig zu beantworten. Generell geht der Einfluss meinerseits klar in die schnelle, melodische amerikanische Richtung, wie zum Beispiel „Strung Out“, „A Wilhelm Scream“, oder auch „Heartsounds“, alles Bands mit teilweise sehr versierten Musikern, die musikalisch die Gefilde des Punkrocks auch immer mal wieder für den ein oder anderen Part verlassen.
Beim Songwriting versuche ich bewusst, andere Bands oder Songs komplett auszuschalten um dem, was gerade in meinem Kopf herumgeistert, eine eigene Note zu geben. Sobald ich merke, dass mich das Ganze zu sehr an was Bekanntes erinnert, fange ich von vorne an. Ich finde, dass uns gerade auszeichnet, dass man doch ‘n Weilchen überlegen muss, wenn’s darum geht, Bands zu nennen, denen wir ähneln.

Elmar: Ich höre eigentlich alles was mir gefällt und das ist so einiges. Ich mag mich da nicht auf bestimmte Genres festlegen. Ich höre neue Musik und sag mir entweder Geil oder lass es eben sein. Um ein paar Bands zu nennen die mich musikalisch geprägt haben: „Boysetsfire“, „Ignite“, „Hot Water Music“, „Red City Radio“ oder „Coheed and Cambria“. Ich möchte gar nicht klingen wie eben diese Bands sondern dass die Leute vor der Bühne oder am Plattenspieler irgendwann sagen: Das sind „TIDES!“ Und die sind verdammt gut. Das ist der Grund warum wir versuchen unser eigenes Ding zu machen und unseren eigenen Stil zu finden.

Thomas: Ich finde man hört den Songs des Albums an, dass wir Spass an eingängigen Refrains und Melodien haben. Ich würde da z.B. „Broadway Calls“ oder das „Alkaline Trio“ als starke Einflüsse beim Songwriting sehen.

Pop-Punks.de: Was hat es mit dem Titel des Albums „Celebrating A Mess“ auf sich?

Bernd: Das kommt von einer Textzeile aus “Dear Kristina”. Sie sieht sich in ihrem Leben gerade in einem großen Durcheinander und findet es schlimm, dass sie damit zurechtkommen muss und plötzlich trifft sie unerwarteterweise eine besondere Person. Man sollte das Leben so nehmen wie es kommt und das Beste daraus machen. „Propagandhi“ haben mal geschrieben “A piece of advice: If you’re cast on thin ice, you may as well dance”. Das haut ungefähr in dieselbe Kerbe. Das ist zumindest mal meine Interpretation von diesem Albumtitel.

Pop-Punks.de: Ihr habt bis jetzt drei Songs von eurem Album veröffentlicht, die Thematik wird schnell klar: Ihr singt über zwischenmenschliche Beziehungen, wie sich das Leben entwickelt oder welche Erwartungshaltungen an die heutige Generation gestellt werden. Aber wie ist es bei euch? An welchem Punkt in eurem Leben befindet ihr euch gerade, was bereitet euch Sorgen und was lässt euch, selbst wenn ihr vielleicht einmal verzweifelt seid, weiter machen?

Bernd: Wir sind alle berufstätig und haben jeder auch schon so einiges mitgemacht. Das bringt einem eine Menge Stoff, die in Songs umgewandelt werden können. Ich glaube man ist in seinem Leben niemals wirklich irgendwo angekommen. Zumindest geht es mir so. Es stehen immer irgendwelche Veränderungen an. Die Frage ist dann wie man damit umgeht.
Einige Sachen entstanden auch einfach aus unserer Vorstellung oder sind kurze Anekdoten, die einen einfach faszinieren, wenn man darüber nachdenkt wie es wäre einmal selbst  in so einer Situation zu sein. “Lonely Islands, Sober Minds” ist so ein Song. Der Protagonist sucht sich einen Ausweg indem er einfach wegläuft und sich auf eine einsame Insel verkriecht. Im ersten Moment fühlt er sich wohl, aber er merkt schnell, dass es ohne die Personen um ihn herum doch nicht geht. Womit wir dann auch schon bei dem Punkt sind was mich weitermachen lässt: die Leute um mich herum, meine Freundin, Familie und Freunde, die mich bei allem unterstützen. Das sind alles sehr persönliche Sachen, über die ich mir Sorgen mache. Von der Politik und dem Weltgeschehen möchte ich gar nicht erst anfangen.

Pop-Punks.de: Ihr habt bereits eine EP aufgenommen. In Eigenregie. Für das Album habt ihr mit Produzent Phil Hillen, der bereits mit Bands wie „Fjørt“ oder „Parachutes“ gearbeitet hat, zusammen geschlossen. Wie war die Erfahrung mit einem Produzenten zu arbeiten? Wie unterscheidet sich das Album von der EP?

Bernd: Bei den Aufnahmen zur EP war ich leider noch nicht dabei, aber ich kann sagen, dass das Arbeiten mit Phil echt super war. Der ist einfach ein cooler Typ und gibt der Band viel Raum sich zu entfalten, ist dann aber auch an der richtigen Stelle mit den richtigen Anmerkungen und Tipps zur Stelle. Ich hatte am Anfang ein wenig Bammel vor dem Studio. Das ist ja auch eine Menge Arbeit und Geld, die wir da investieren, da müssen die Sachen schon sitzen. Phil hat aber so eine lockere Atmosphäre geschaffen, dass das alles echt easy von der Hand ging und wirklich viel Spaß gemacht hat. Ich glaube das hört man auch.

9: Bei der EP war das Ganze darauf bedacht, erst mal schnell ein Lebenszeichen von sich zu geben. Schnell im wahrsten Sinne des Wortes, da unser damaliger Drummer die Band verlassen musste, zwecks Umzug in eine andere Stadt. Mit Phil und vor allem mit Bernd und Lukas, die die entstandenen Lücken in der Band schnell ausgefüllt haben, war das Ganze dann natürlich eine von Grund auf andere Sache. Aus einer Gitarre wurden zwei, aus dem Laptop mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und eher zweitklassigem Aufnahmeequipment wurde ein etabliertes, bestens ausgestattetes Studio und letztendlich kam man dort eben auch mit einem gänzlich anderen Selbstverständnis an, immer im Hinterkopf behaltend, dass es danach endlich richtig losgeht mit der Band.
Die Arbeit mit Phil war super einfach und extrem motivierend, da er von Anfang den richtigen Riecher dafür hatte, wo wir soundtechnisch hinwollen, und anschließend alles daran gesetzt hat uns bei der Umsetzung dieses Wunsches kritisch-konstruktiv zur Seite zu stehen. Wir finden, dass das was dabei rumgekommen ist, sich soundmäßig vor niemandem verstecken muss und sich die Arbeit echt gelohnt hat. Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Elmar: Dem habe ich nichts hinzuzufügen 🙂

Thomas: Die EP war sehr roh und in aller Kürze im Proberaum aufgenommen. Audio-technisch haben wir dabei alles selbst gemacht, im Rahmen unserer recht beschränkten Möglichkeiten, was man natürlich hört. Die Texte waren damals eine Momentaufnahme, es geht fünf Songs lang ums Verlassen werden und darum, wie man damit umgeht. Alles in allem also sehr negativ gefärbt. Das gestaltet sich bei unserem Album nun anders: zwar geht es immer noch um ernste Themen, z.B. darum machtlos und schwach zu sein, allerdings überwiegt bei allem Negativen das Positive.

Pop-Punks.de: Wie würdet ihr euer Album selbst beschreiben?

Bernd: Das ist schwierig. Also in erster Linie ist es mal Punkrock mit viel Melodie. Wir haben versucht die Songs so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, so dass das Album insgesamt interessanter wird und die einzelnen Songs vielleicht ein bisschen hängen bleiben. Ich bin zumindest sehr stolz auf diese Platte und kann es kaum erwarten bis sie veröffentlicht wird und wie sie bei den Leuten ankommt. Wir haben einfach Spaß daran miteinander Musik zu machen und ich glaube das haben wir ein bißchen auf dieser Platte einfangen können.

9: Wie bereits gesagt finde ich, dass es schwierig ist, da jetzt Bands zu nennen, die uns ähneln. Zumal man das selbst ohnehin am Schlechtesten kann. Ich würde es als melodischen, verspielten US-Punkrock beschreiben, der auch mal mit einer ordentlichen Portion Pop daherkommt, ohne dabei Energie einzubüßen oder sich brav anzuhören.

Pop-Punks.de: Ihr geht bald auf Tour, freut ihr euch und was können wir erwarten?

Bernd: Na klar freuen wir uns. Shows zu spielen macht einfach super viel Spaß und man trifft viele alte Bekannte oder lernt neue Leute kennen. Das ist eigentlich das schönste daran. Man kommt herum, ist in fremden Städten und trifft überall coole Leute. Wenn dann jemandem gefällt was wir machen ist es noch viel besser. Natürlich werden wir viele Songs von “Celebrating a Mess” spielen, aber vielleicht gibt es auch hier und da noch einen älteren Song dazwischen.


Pop-Punks.de: Wenn man in euren Tourplan schaut, sieht man, dass ihr mir vielen Namenhaften Bands spielt, u.a  „Apologies, I Have None“, der „Terrorgruppe“, „Storyteller“ uvm, aber mit welcher Band würdet ihr richtig gerne einmal die Bühne teilen?

Bernd: Mir fallen da spontan zwei Bands ein: „Hot Water Music“ und „Modern Life Is War“. Ich mag deren Einstellung einfach. Das sind so große Bands, die einfach bodenständig geblieben sind. Keine Stars oder sonst was, sondern einfach Leute, mit denen man nach der Show noch ein Bier trinkt und redet und die dieselbe Liebe für Musik teilen.

9: „Between The Buried And Me“ fände ich cool, weil das für mich musikalisch einfach das höchste der Gefühle ist. Pure Inspiration. Aus dem Punkrockgenre fände ich „A Wilhelm Scream“ ziemlich geil, weil die einfach ballern und einen der besten Punkrockbassisten haben und ich gerne mal mit ihm ein Bier trinken würde.

Elmar: „Boysetsfire“, einfach weil die Jungs meine All-Time-Favorites sind und ich mit ihrer Musik groß geworden bin. Wenn ich irgendwann mal als deren Support trommeln darf würde einer meiner größten Träume in Erfüllung gehen!

Thomas: Man sagt dem Saarland ja häufiger nach, es sei ein kleines Land, in dem jeder jeden kennt. Umso verwunderlicher ist es, dass es noch nie mit einem gemeinsamen Konzert mit „Pascow“ geklappt hat, einer der wenigen Deutschpunk-Bands, die mich ansprechen.

Pop-Punks.de: Gibt es eine Interview Frage, die euch noch nie gestellt wurde, aber die ihr unbedingt mal beantworten wollen würdet? Wenn ja, wie lautet die Frage und was wäre eure Antwort?

Bernd: Warum heißt der erste Song auf eurer Platte “Intro 9000”? Antwort: Unser Basser, der Neun, wächst regelmäßig über sich hinaus und wird (mindestens) zum Neuntausend. Da er diesen Song geschrieben hat und der lange bei uns nur als Intro gehandelt wurde, heißt er jetzt einfach “Intro 9000”.

Elmar: Schwierig, da fällt mir spontan nur diese ein: Wieso dieser Schnurrbart?

Thomas: Liebe TIDES!, so im Nachhinein, war es da eine kluge Idee den Namen um ein ! zu ergänzen?
Ja, unbedingt. Das Ausrufezeichen steht für Dynamik und Punk. Facebook mag es nicht, aber Veranstalter haben jetzt noch mehr Möglichkeiten unseren Namen falsch zu schreiben!

TIDES! live:
07.04.17 – Idar-Oberstein – JAM w/ A HURRICANE’S REVENGE

—–Release Weekender——
13.04.17 – Saarbrücken, Horst, Release Show w/ HELL & BACK, FINDING FAITH & WASTE OF MIND
14.04.17 – tba (need help!)
15.04.17 – Mönchengladbach, Blaues Haus w/ FINDING FAITH, RITES, CODE BLUE COMA
16.04.17 – Vechta, Gulfhaus, Osterrock Festival w/ ANCHORS & HEARTS, BRUTALE GRUPPE 5000, FENSTER AUF KIPP, u. a.

06.05.17 – Landau, Fatal
27.05.17 – Neunkirchen, Stummsche Reithalle, InCore Festival w/ APOLOGIES, I HAVE NONE, DUCKING PUNCHES, CITIZEN TIM u. v. m.)
08.07.17 – Theley, Volcano Festival w/ TERRORGRUPPE, RANTANPLAN, SONDASCHULE, RADIO HAVANNA, LYGO, NOT AVAILABLIE u. a.  
07.10.17 – St. Wendel, Saalbau, Punk for Help Festival w/ ABRAMOWICZ, STORYTELLER, DER DICKE POLIZIST u. a.

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