Simple Plan – 10.03.2016

Sven 12. April 2016 0
Simple Plan – 10.03.2016

Vor ihrem Konzert im E-Werk sprachen wir mit Seb von Simple Plan, um über das neue Album „Taking One For The Team“ und die vermeintliche Trennung zu reden.

POP-PUNKS.DE: Wieso sind auf „Taking One For The Team“ mehr Lovesongs als auf den anderen?

Seb: Hmm… Lass mich sehen. „Boom“? Ja, ja, das ist einer. „Kiss Me Like Nobody’s Watching“? Der Song hat eine interessante Geschichte. Manchmal gibt es verschiedene Ansichtsweisen eines Songs. Wenn wir einen Song schreiben, gibt es manchmal ein erstes und ein zweites Level des Verständnisses. Das zweite Level ist manchmal nicht so leicht zu verstehen, aber dieser Song könnte auch über Geschlechtergleichheit oder Schwulenehe sein. Also ja, es ist ein Lovesong, aber etwas tiefergehend als die anderen. „Everything Sucks“ ist ein umgedrehter Lovesong, weil es über jemand besonderen ist, der aber nicht da ist. „Perfectly Perfect“ ist offensichtlich einer, „P.S. I Hate You“ ist keiner und „I Dream About You“ ist wieder einer. Ich weiß nicht, ob es wirklich mehr als auf den anderen Alben sind, aber man schreibt ja immer über Sachen aus dem eigenen Leben. Beim dritten Album waren gerade viele Trennungen im Gange, wie man an Songs wie „Your Love Is A Lie“ und „When I’m Gone“ merkt. Jetzt sind wir in glücklichen Beziehungen und haben Kinder, aber trotzdem sind noch ein paar Fuck You-Songs auf dem Album. Ein Gleichgewicht muss da sein.

POP-PUNKS.DE: Wer ist Sophia? (Anm. d. Red. Anfang des Songs „P.S. I Hate You“)

Seb: Das ist ein erfundener Name, aber ich glaube jeder in unserer Band hat eine Sophia. Ich habe definitiv eine! Da geht es um Beziehungen, die du für perfekt hältst und mit allen Kräften versuchst, sie am Laufen zu halten. Wenn sie dann endlich beendet ist, merkt man, dass es schrecklich war, dich zu einem schlechten Menschen gemacht hat und somit auch nicht die richtige Person für dich war. Aus einer Distanz betrachtet, sieht es dann alles ganz anders aus. Man kann gar nicht glauben, dass man all diese Dinge für diese Person getan hat. Das war es nicht wert.

POP-PUNKS.DE: Habt ihr euch die Sportszenen ausgesucht, in der ihr fotografiert wurdet?

Seb: Ja, ich war ja schon der Tennisspieler im „When I’m Gone“ Video, deswegen dachte ich das passt wieder ganz gut. Wir sind ziemlich bekannt in Kanada, besonders in Montreal, also haben wir die lokalen Sportteams angerufen und gefragt, ob wir Fotos für das Albumbooklet in ihren Stadien shooten dürfen. Meine Szene war zum Beispiel dort, wo die Turniere für den Rogers Cup stattfinden. Football wurde bei den Alouettes, dem bekanntesten Team in Montreal,  geshootet. Jeder konnte sich aussuchen, wo er gerne sein Foto haben würde.

POP-PUNKS.DE: Habt ihr diese Sportarten auch gespielt in der Schule?

Seb: Nein, eigentlich nicht. Chuck spielt zwar wirklich Hockey, aber Jeff ist zum Beispiel eher der Fußball-Typ. Das sagt er zumindest, ich habe ihn nie spielen sehen. Ich bin eher für die Schlagsportarten. Ich habe tatsächlich ein bisschen Tennis gespielt, aber wenn ich eine Sportart nennen müsste, wäre es eher Ping Pong. Kleines Tennis. Tischtennis.

POP-PUNKS.DE: Gestern meintet ihr ja noch scherzhaft, im täglichen Livestream, dass es die letzte Tour sein wird…

Seb: Lustig, dass du es erwähnst, ich habe anscheinend nicht so viel Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge, aber wir hatten ein Interview in Tschechien und uns wurde dann gesagt, dass es sehr viele Gerüchte gibt, dass es unsere letzte Tour ist. Ich habe vorher noch nie davon gehört. Alle dachten der Song „Farewell“ wäre ein Hinweis in die Richtung, aber darum geht es gar nicht in dem Song. Es geht um das Ende einer Beziehung, einer Freundschaft. Also Leute, lasst euch gesagt sein: Es ist nicht wahr, dass das unser letztes Album oder unsere letzte Tour ist.

POP-PUNKS.DE: Vielleicht schüren sich die Gerüchte, weil ihr jetzt eigene Familien habt und andere Dinge wichtig sind.

Seb: Ja, klar, aber zur selben Zeit (das ist lustig, weil wir gestern noch Witze darüber gemacht haben) MÜSSEN wir ja touren, WEIL wir jetzt Kinder haben. Das ist so gesehen ein weiterer Mund, den wir füttern müssen. Wir arbeiten härter, weil wir auch wollen, dass unsere Kinder stolz auf uns sind. Es wäre ja traurig, wenn wir in zehn Jahren unseren Kindern sagen müssten „Papi WAR mal in einer Band“ anstatt „Papi IST in einer Band, die wirklich berühmt ist“. Deswegen haben wir ein eigenes Interesse daran, dass es weitergeht.

POP-PUNKS.DE: Glaubst du, dass die Welt fröhliche Songs in Zeiten wie diesen braucht?

Seb: Ja, es gibt eigentlich nie eine schlechte Zeit für fröhliche Songs. Unsere Musik war immer eine Mischung aus einem energiegeladenen, fröhlichen Sound mit hoffnungsvollen oder auch traurigen Texten. Aber es ist sicherlich zurzeit eine schwierige Zeit mit all den halbgaren Informationen über all die schlimmen und für uns unerklärlichen Dinge, die überall auf der Welt passieren. Ich denke, dass jede Art von Entertainment die Freude der Leute aufrecht erhält und gut für sie ist.

POP-PUNKS.DE: Was magst du am wenigstens an dir selbst?

Seb: Dass ich immer wieder mal krank werde auf Tour. Es ist verrückt. Ich tue echt alles, um das zu vermeiden: Ich gehe früh ins Bett, trinke keinen Alkohol, ernähre mich gesund und trinke viel Tee. Aber irgendwie bringt das alles nichts. Ich glaube es sind die Umarmungen und Küsse der Fans. Bakterien, Bakterien, Bakterien. Aber das mache ich gerne, das passiert aus einem guten Grund, also ist es okay.

 

(Vielen herzlichen Dank an Christina von Getaddicted.org und Fotos von Christina Schuh)

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