Taking Back Sunday – 20.02.2017

Christian 23. Februar 2017 0

Wir haben am Montag die Chance genutzt mit Taking Back Sunday, vor dem ersten Deutschland Konzert der „Tidal Wave“-Tour, in Köln zu reden.

Es freut mich, dass das Interview geklappt hat. Wie läuft die Tour bis jetzt?

John: Sehr gut!

Mark: Die Tour macht wirklich sehr viel Spaß, vor allem mit „Frank Iero And The Patience“.

John: Wir sind mit Frank und der kompletten Band in einem Bus. Wir leben also alle auf engstem Raum zusammen und haben uns trotzdem noch lieb und eine großartige Zeit zusammen.

Reden wir über euer neues Album „Tidal Wave“. Die erste Single hat mich schon etwas überrascht. Das ganze Album hat mich dann noch mehr überrascht. Selten klangen Taking Back Sunday so erwachsen und rockig. Wie kam es zu diesem Sound?

Mark: Uns wurde diese Frage, seitdem wir das Album veröffentlich haben, wirklich oft gestellt. Ich glaube manche Bands versuchen einfach etwas anderes zu machen, das tun wir nicht. Wenn du beginnst etwas zu schreiben kannst du nicht sagen in welche Richtung sich das Lied entwicklen wird. Wir schreiben ein Lied so wie es sich für uns am besten anfühlt. Bei uns gibt es keinen größeren Plan etwas anderes oder neues zu machen. Es passiert einfach.

John: Wir versuchen nichts zu erzwingen. Bei uns entwicklen sich Dinge natürlich.

Wie können wir uns den Songwriting Prozess von „Tidal Wave“ vorstellen?

John: Wir haben viel im Studio gearbeitet. Nachdem wir die ersten Demos aufgenommen haben, haben wir viel mit den Songs ausprobiert. Wir hatten selten so viele Ideen wie bei diesem Album. Beispielsweise war ein Lied fertig und wir dachten uns dann: „Nein, hier könnte die Gitarre aber besser klingen.“ oder „Das Schlagzeug hat noch nicht genug Power.“ Also haben wir die Songs noch einmal komplett neu arrangiert. Und das ist nicht nur bei ein oder zwei Liedern passiert, sondern bei sehr vielen. So extrem haben wir das früher nie gemacht.

John, du und Adam teilt die Texte beim singen gerne untereinander auf, heute vielleicht nicht mehr so stark wie früher, aber es passiert immer noch. Wie funktioniert das im Studio? Schreibt jeder von euch seinen eigenen Part, schreibt ihr die Texte zusammen oder schreibt der eine für den anderen mit?

John: Das kann man glaube ich nicht pauschalisieren. Wer einen Text schreibt singt ihn nicht zwangsläufig. Sobald der Text und die Musik fertig sind probieren wir aus wie es am besten passt. Es gibt Songs in denen ich kaum bis gar nicht singe obwohl ich am Text mitgeschrieben habe und dann gibt es wieder Songs bei denen ich sehr viel Text habe ohne daran mitgewirkt zu haben. Es ist bei jedem Lied anders.

Auf „Tidal Wave“ gibt es in den Texten sehr viele Referenzen zu dem Thema Wasser. Es beginnt ja quasi schon bei dem Albumnamen, aber auch das Artwork hat mit Wasser zu tun. Könnt ihr mir erklären was es damit auf sich hat?

John: Das ist uns tatsächlich erst aufgefallen als das Album fertig war. Wie Mark schon sagte gab es keinen Masterplan. Wir haben einfach darauf los geschrieben ohne uns dieser vielen Referenzen bewusst zu sein. Wir hatten das Album schon fertig als es uns aufgefallen ist. Also haben wir uns dazu entschieden das Album „Tidal Wave“ zu nennen.

Mit „You Can’t Look Back“ und „Call Come Running“ habt ihr eine Gesichte über mehre Videos erzählt. Es ist jedoch schwer die Handlung zu verstehen. Könnte ihr da etwas Klarheit verschaffen? Was genau passiert in diesen beiden Videos?

John: (lacht) Ich weiß nicht ob wir können. Als wir das erste Video gedreht haben wussten wir sofort, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen wollen. Ich denke jedoch, dass es keine Antwort auf deine Frage gibt was im Video passiert, zumindest haben wir keine. Für mich ist das Ganze ein Traum. Die Handlung bewegt sich erst einmal in eine normale Richtung und plötzlich passiert etwas unglaubliches und es wirkt als würde sich der Traum in einen Albtraum verwandeln. Dieser Traum endet erst als Adam in „Call Come Running“ erwacht. Aber das ist nur meine Interpretation.


Kurz nachdem „Tidal Wave“ erschienen ist seid ihr auf Club Tour gegangen und habt das Album komplett gespielt. Ist es für die Fans nicht etwas befremdlich zu einem Konzert zu gehen und das neue Album komplett zu hören?

Mark: Wir haben es getan weil wir das Album lieben. Außerdem haben wir so etwas wirklich lange nicht mehr gemacht. Das letzte mal als „Louder Now“ erschienen ist und da auch nur für wenige Shows. Aber diesmal dachten wir uns, mit diesem Album machen wir es. Das Album verdiente komplett gespielt zu werden, mindestens für eine Tour.

John: Außerdem war es mal was anderes. Wir spielen schon so lange Konzerte, dass wir auch gerne mal was anderes machen. Also haben wir zwei Sets gespielt. Zuerst das „Tidal Wave“ Set und dann ein Best Of Set. So war es interessanter, für uns und das Publikum.

Vergangene Sommer habt ihr zudem auf der Taste of Chaos Tour in großen Amphitheatern der USA gespielt. Habt ihr euch jemals erhofft diese Locations zu bespielen als ihr angefangen habt in Kellern Konzerte zu geben?

John: Erhofft? Ja! Für möglich gehalten? Nein! Verrückt wie sich die Dinge entwickelt haben.

Mark: Wir haben unter anderem im Red Rocks Amphitheatre gespielt. Das ist mitten in der Wüste und wohl eine der schönsten Locations die es gibt. Und machen Shows wurden von bis zu 12.000 Leuten besucht. Das war selbst für uns überraschend.

John: Ich war sehr aufgeregt vor der Tour, aufgeregt wie ich es lange nicht mehr war. Aber es war faszinierend wie schnell das Ganze normal wurde.

Mark: Beide Arten von Shows, sowohl die Clubshows als auch diese großen Shows haben Vor- und Nachteile. Aber solang der Raum voll ist und die Leute eine gute Zeit haben, haben wir sie auch. Wenn wir vor 500 Leuten spielen die Spaß haben, ist es uns mehr Wert als vor 10.000 zu spielen die keinen Spaß haben. Umgekehrt gilt das aber genau so.

Wir sind immer auf der Suche nach neuen Bands, gibt es welche die ihr uns empfehlen könnt von denen ihr glaubt, dass sie groß rauskommen werden?

Mark: Da gibt es eine Punkband von Long Island namens „Iron Chic“. Sie sind nicht neu sondern in unserem Alter aber von denen bin ich großer Fan!


John: „Modern Chemistry“! Das ist eine jüngere Band, aus New Jersey mit denen wir gespielt haben. Und dann gibt es noch „Mammoth Indigo“ mit denen wir letztes Jahr auf Tour waren. Ich glaube von beiden Bands werden wir in den nächsten Jahren noch viel hören.

 

 

Jeder Mensch hat eine Lieblingsband, die ihn das ganze Leben begleitet. Welche sind eure?

Mark: Seitdem ich ein kleines Kind bin gibt es zwei Bands die ich über alles liebe: „The Beatles“ und „Metallica“. „Abbey Road“ und „The White Album“ sowie „Injustice For All“ und „Master Of Puppets“ sind wohl auf ewig meine Lieblingsalben.

John: Bei mir sind es auch „The Beatles“. Das faszinierende ist, dass ich in gefühlt jeder Lebenslage ein Album der Beatles finden mit dem ich mich identifizieren kann. „Abbey Road“ dürfte mein all-time Favorit sein. Mit „Rubber Soul“ hingegen konnte ich als Teenager gar nichts anfangen. Als ich älter wurde habe ich aber plötzlich Zugang zu dem Album gefunden und es hat mir eine völlig neue Welt der „Beatles“ eröffnet. Ich finde in jedem Album etwas, dass mich glücklich macht und aus dem ich Inspiration sammeln kann.

Vielen Dank für das Interview! 

 

 

 

Comments are closed.