With Confidence – 08.03.2017

Christian 12. März 2017 0

Wir haben die Chance ergriffen um mit Jayden und Luke von „With Confidence“ vor ihrer ersten Deutschland Show über das Touren in Australien und 5 Seconds of Summer zu sprechen. Außerdem verrät uns die Band wieso ihre nächstes Album ein politisches Konzeptalbum wird.

Ihr habt gerade eure UK Tour abgeschlossen und seid nun auf dem Festland in Europa angekommen. Wie läuft die Tour bis jetzt?

Jayden: Unsere Erwartungen wurden übertroffen! Wir waren vorher erst einmal in Großbritannien und es hat uns wahnsinnig gefreut für eine Headlinertour mit unserem Album zurück zu kommen. Wir haben sogar sechs ausverkaufte Shows gespielt. Es war fantastisch.

Ihr kommt aus Australien, genauer gesagt Sydney. Könnt ihr uns etwas über eure lokale Bandszene erzählen? Wie war es dort als Pop-Punk Band zu starten.

Luke: Die Musikszene selbst ist sehr stark in Australien und davon profitiert auch der Pop-Punk. Die Fans unterstützen die Bands wirklich sehr. Dafür sind wir dankbar.

Ich stelle es mir für lokale Bands anstrengend vor in Australien zu touren. Wie funktioniert das? Fahrt ihr wirklich mit einem Van 20 Stunden von Stadt zu Stadt?

Jayden: Ehrlich gesagt wussten wir gar nicht wie unnormal das ist. In Australien sind wir ja nichts anderes gewohnt. Wir haben bestimmt um die 10 Touren in Australien gespielt. Die normale Fahrzeit von Show zu Show beträgt acht bis zwölf Stunden. Machmal sogar 16. Aber das ist normal. Wenn wir in anderen Teilen der Welt unterwegs sind beschweren sich unsere Mitfahrer schonmal gerne, dass wir jetzt drei oder vier Stunden in die nächste Stadt fahren müssen.

Luke: Fürher sind wir ja auch noch selbst gefahren. Nur wir vier in einem Van durch in Australien.

Sind die Fans denn dankbarer wenn ihr auch mal in entlegeneren Regionen in Australien spielt?

Jayden: Das ist schwer zu sagen. In Australien ist es, wie gesagt, normal so weit zu fahren. Deshalb sehen es manche Menschen als selbstverständlich an. Aber ein Großteil der Leute freut sich trotzdem.

Luke: Perth ist die einzige Stadt, die wir nicht mit dem Auto erreichen. Die Stadt liegt, von Sydney aus gesehen, auf der anderen Seite des Landes. Also muss man schon fliegen um dorthin zu kommen. Aber wir versuchen Perth auf jeder unserer Touren zu besuchen, während viele Bands die Stadt einfach auslassen. Menschen in Perth freuen sich also besonders.

Vor ein paar Jahren war es noch normal Pop-Punk mit den USA zu assoziieren. In letzter Zeit wurden die Pop-Punk Szenen in anderen Teilen der Welt aber auch immer größer, beispielsweise in Großbritannien oder Australien. Könnt ihr erklären wieso Pop-Punk weltweit populärer wird?

Jayden: Das ist eine gute Frage, mmh. Ich denke es liegt daran, dass wir deutlich besser vernetzt sind als noch vor ein paar Jahren. Dank dem Internet ist es so einfach Musik zu verbreiten. Wenn ein Album in den USA veröffentlicht wird können wir uns das Album in Australien ebenfalls direkt anhören. In den 60ern und 70ern lief das in Australien alles nur über Mundpropaganda oder das Radio.

Luke: Ja Jayden, aber damals gab es noch keinen Pop-Punk.

Jayden: Ich versuche es ja auch gerade allgemein zu erklären! Ich denke die moderne Technologie hat  die ganze Welt besser vernetzt, jeder kann konsumieren was ihm gefällt. So ist Pop-Punk auch in anderen Teilen der Welt populärer geworden.

Reden wir über euer Debutalbum „Better Weather“. Für mich klingt es wie ein modernes Pop-Punk Album mit ein paar Old-School Einflüssen. Welche Künstler haben euch beeinflusst?

Jayden: Ich denke wir wurden von den verschiedensten Künstlern beeinflusst. Wir haben uns nicht hingesetzt und gesagt: „Hey, lass uns ein modernes Pop-Punk Album mit ein paar Old-School Einflüssen schreiben.“ Wir sind einfach nur eine Band die modernen Pop-Punk spielt und dabei Old-School Einflüsse mit einfließen lässt. Luke ist ein großer „blink-182“ Fan…

Luke: …ich liebe „blink-182“! Für mich sind sie die konstanteste Band des Pop-Punks. Ich denke jede Pop-Punk Band wurde irgendwo von „blink-182“ beeinflusst. Andererseits gibt es auch viele Bands außerhalb des Pop-Punks, die uns beeinflusst haben. Guck dir Jayden an, er hört viel „Third Eye Blind“ und…

Jayden: …“Third Eye Blind“ sind eine meiner Lieblingsbands! Aber andere Künstler die wir sehr schätzen sind „The Dangerous Summer“ oder die „Red Hot Chili Peppers“.

Luke: Unser moderner Sound kommt wohl daher, dass wir von vielen großartigen Bands inspiriert wurden, mit denen wir auf Tour waren. Wenn man Nacht für Nacht Shows mit solchen tollen Bands spielt ist es schwierig sich nichts von deren Sound abzugucken.

Ihr habt ja schon sehr viele Tourneen gespielt. Könnt ihr mir etwas über eure besten und schlechtesten Tourerfahrung erzählen?

Jayden: Für mich gibt es bei jeder Tour eine beste und schlechteste Erinnerung. Ein der besten Erfahrungen war es für mich mit „5 Seconds Of Summer“ in Australien zu spielen. Das war das erste mal, dass wir in Arenen gespielt haben. Die kleinste Show wurde von 8000 Leuten besucht. Es war unfassbar die Bühne zu betreten und all die Konzertbesucher schreien zu hören. Und dann gab es diesen einen Moment. Wir haben gerade einen ruhigen Part gespielt und auf einmal haben die Leute ihre Handys rausgeholt. Wir standen auf der Bühne und haben in tausende von Lichtern geguckt. Da habe ich meinen Arm gehoben und von links nach rechts bewegt und diese tausend Lichter haben es mir nachgetan. Sie haben sich von links nach rechts bewegt. Es war verrückt.

Luke: Abgesehen davon, dass uns jetzt zwei Gitarren gestohlen wurden haben wir aber immer Glück gehabt. Das kann man nicht anders sagen. Das schlimmste war die „Warped Tour“ 2016. Wir hatten „Flip Cup“ gespielt und…

Jayden: … kennen die Europäer überhaupt „Flip Cup“?

Luke: „Flip Cup“ ist ein Trinkspiel, ähnlich wie „Beer Pong“. Naja, jedenfalls hatte ich ein einziges Bier und danach ging es mir richtig beschissen. Keine Ahnung was mit dem Bier war. Ich habe noch zu mir selbst gesagt, dass das nicht normal sein kann. Dann bin ich unmittelbar zum Bus zurück gerannt um mich zu übergeben und der Rest der Band folgte mir…

Jayden: ..oh ja! Wir hatten zwei Tage auf der „Warped Tour“ frei und die haben wir mit kotzen verbracht.

Luke: Deshalb haben wir auch nicht den Grand Canyon gesehen.

Jayden: Krank auf Tour. Das ist definitiv die schlimmste Erinnerung.

Hat die Tour mit „5 Seconds of Summer“ eure Fanbase verändert? Vielleicht bediene ich mich jetzt einem Klischee und wen dem so ist tut es mir Leid. Aber sind mehr junge Mädchen zu euren Shows gekommen, nachdem ihr mit der Band gespielt habt?

Jayden: Ja und nein. Ich denke die „5 Seconds of Summer“ Fanbase wird auch älter. Mittlerweile scheint der harte Kern auch zwischen 16 und 24 Jahren alt zu sein. Nach der Tour waren unsere Show jedoch besser besucht. Aber ob das jetzt an unserem Support Slot lag kann ich nicht sagen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits Erfolg und unsere Shows sind exponentiell gewachsen.

Luke: Das faszinierende an „5 Seconds of Summer“ ist die Tatsache, dass sie eine gewaltige Fanbase haben. Geschätzt waren 1/4 der Leute vor Ort bei dem Konzerte weil sie die Musik mögen während die restlichen 3/4 wirklich als Die-Hard-Fans zu erkennen waren. Und diese Die-Hard-Fans suchen auch nicht unbedingt nach neuen Bands.

Letzte Woche habe ich mit „State Champs“ gesprochen die auch mit „5 Seconds of Summer“ auf Tour waren und diese haben mir berichtet, dass sie viel negatives Feedback dafür bekomme haben, wie war es bei euch?

Jayden: Das war bei uns nicht der Fall. Ich denke Bands wie „5 Seconds of Summer“ werden aber zu schnell stigmatisiert. Sie sind halt eine Pop-Band, auf einem Major Label. Für mich sind „5 Seconds of Summer“ eine tolle Pop-Band, die tolle Pop-Songs schreibt. Es ist nicht verwerflich Pop-Musik zu mögen. Man darf keine Punk-Musik erwarten, wenn man eine Pop-Band hört. Es sollte kein negatives Feedback geben. Wir mögen die Band, sie sind Freunde von uns und das ist alles was zählen sollte.

Luke: Fun-Fact: Die erste Show die „With Confidence“ jemals gespielt hat, war eine Support Slot für „5 Seconds of Summer“. Die Verbindung zu dieser Band bestand also schon vor der Tour.

Könnt ihr mir ein paar lokale Bands empfehlen, die wir unbedingt hören solltet?

Jayden: „Campe Cope“ schlagen zurzeit große Wellen in Australien, hört mal rein! Es ist eine Band, die feministische und politische Themen besingt.

 

Also hört ihr gerne politische Musik?

Jayden: Ohh, ein bisschen! Ich bin mit der Bassistin zur Schule gegangen, deshalb habe ich reingehört und muss sagen: Ich mag was „Campe Cope“ tun!

Luke: Politische Musik ist wichtig, besonders heutzutage. Wo doch so viel Scheiße auf der Welt passiert.

Jayden: Es passiert wirklich sehr viel Scheiße.

Luke: Wir brauchen gute Protestsongs.

Wenn man drüber nachdenkt finde ich es faszinierend, dass es keine politischen Pop-Punk Bands oder Alben gibt.

Jayden: Nein, nicht seit Green Day’s „American Idiot“

Luke: Mhh, es gibt da noch „Anti-Flag“. Aber die sind ja mehr Punk als Pop. „NOFX“! Aber die sind auch wieder mehr Punk. Unser nächste Album wird das erste moderne Pop-Punk Album mit politischem Konzept!

Ich freu’ mich drauf! Vielen Dank für das Interview.

Comments are closed.